Als Siegerprojekt des ersten Calls der Kärntner Kulturstiftung (KKS) realisiert, versteht sich die begeh- und bespielbare Skulptur als Hommage an ihre Namensgeberin. Als künstlerische „Sonde“ spürt sie Strömungen der Gegenwart auf und fungiert als offener Begegnungsort für verschiedenartige Kunstformen. In ihrer Rolle als „Kulturbotschafterin“ tritt sie an ausgewählten Orten in Erscheinung und lädt zur aktiven Auseinandersetzung ein. Sie manifestiert sich hier als temporärer Erinnerungsort im öffentlichen Raum.
Die Kuppel umschreibt einen Raum des Nachdenkens und der Reflexion über die dem Menschen zugemessene Zeit. In ihren optischen Brechungen fragmentieren die Spiegel die umgebende Realität und verweisen auf das Unbekannte – sie eröffnen neue Perspektiven auf die Gegenwart.
Nach Stationen am Neuen Platz in Klagenfurt, am Karlsplatz in Wien sowie in der Ost-Arena der Europäischen Kulturhauptstadt GO! 2025 Nova Gorica/Gorizia ist Möderndorf nun der vierte Standort.
Eröffnung: SLOVALIA – Eine Verkuppelung
In der Ingeborg-Bachmann-Kuppel präsentieren Tamara Štajner und Anna Anderluh das Langgedicht Slovalia – Eine Verkuppelung. Die slowenische Autorin und Musikerin Tamara Štajner, Kelag-Preisträgerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2024, verfasste Slovalia im Auftrag des Carinthischen Sommers zur Eröffnung der Kuppel in Nova Gorica im Rahmen von GO! 2025. Ausgangspunkt ist ein autobiografischer Text Ingeborg Bachmanns zur mehrsprachigen Identität der Grenzstädte Gorizia/Nova Gorica, den Štajner in eine poetische Bewegung überführt. Slovalia mäandert zwischen Slowenisch, Friulanisch, Italienisch und Deutsch. Die Kärntner Komponistin und Künstlerin Anna Anderluh hat den Text für Stimme und Autoharp vertont.
Am 21. Mai 2026 bringen beide Künstlerinnen Slovalia – Eine Verkuppelung erstmals live im Gailtal zur Aufführung. So entsteht im Zusammenspiel von Installation, Sprache und Musik eine einmalige Aufführung, die den multilingualen Geist der Region feiert.
Tonspur in der Kuppel
Eine permanente Tonspur in slowenischer, italienischer, deutscher und englischer Sprache erweitert die begehbare Skulptur und stellt eine thematische Verbindung zum Ort her. Entsprechend dem Leitgedanken „BORDERLESS“ löst sie sprachliche und kulturelle Grenzen auf und lädt dazu ein, Vertrautes neu zu betrachten.
Basierend auf Textfragmenten von Ingeborg Bachmann entsteht ein vielschichtiger Text- und Klangraum, der das visuelle Erleben der Kuppel erweitert. Die Soundcollage bewegt sich zwischen Sprachen, Zeiten und Perspektiven: Sie spannt Bögen von der Natur der Region über Fragen an die Vergangenheit bis hin zu Visionen der Zukunft.
Im Zentrum steht eine Idee, die auch im Sinne Ingeborg Bachmanns gewesen wäre: die Vision eines grenzenlosen Europas, in dem Menschen in Frieden und Freiheit zusammenleben.
Credits
Ingeborg-Bachmann-Kuppel
Entwurf und Realisierung: Armin Guerino
Tonspur: Gerhard Fresacher
Auswahl der Texte und Übersetzungen: Anna Valentina Ennemoser
Texte: Ingeborg Bachmann (mit freundlicher Genehmigung der Familie Bachmann)
Zitat: Pier Paolo Pasolini, aus: Saluto e Augurio, alle Rechte vorbehalten
Schnitt und Bearbeitung: Martin Gasser
Für den Inhalt verantwortlich: Gerhard Fresacher
Aufführung 21. Mai 2026, 18:00
Slovalia – Eine Verkuppelung (D, It, Slo, Fur)
für Sprechstimme, Gesang und Autoharp
Ein Auftragswerk des Carinthischen Sommers mit Unterstützung der Kulturabteilung der Kärntner Landesregierung und der Kärntner Kulturstiftung
Tamara Štajner: Text, Lesung, Performance
Anna Anderluh: Komposition, Gesang, Autoharp
ORT:
GAILTALMUSEUM
Schloss Möderndorf
Möderndorf 1
A-9620 Hermagor
Tel.: +43 4282 3060
Mail.: office@gailtalmuseum.at
https://www.guerino.at/werk/projekte/2021-23-·-ingeborg-bachmann-kuppel/
https://www.bachmann-kuppel.at



